08.07.2006

An diesem Morgen heißt es "Adiós, Tortuguero!". Uns wurde versichert, dass uns das Boot zu einer bestimmten Zeit an einer bestimmten Stelle abholen würde. Da es aber recht stark regnet, stellen wir uns etwas abseits unter ein Vordach und beobachten die Anlegestelle. Weit und breit kein Boot zu sehen. Ab und zu knattert eines in gehörigem Abstand über die Lagune, aber von einem prüfenden, langsamen Vorbeifahren, geschweige denn einem Anlegen kann nicht die Rede sein. So verpassen wir auch die Mitnahme mit dem Boot - vorerst jedenfalls. Irgendwann kommt unsere Führerin vorbei und schaut ganz verblüfft und auch leicht verärgert, dass wir immer noch hier stehen. Wir versichern ihr, dass kein Boot vorbei gekommen sei. Sie telefoniert und einige Zeit später kommt das Boot. Der Fahrer ist zwar schon einmal vorbei gefahren, hat aber nicht sonderlich auf uns geachtet, beruhigt er uns. Also kommen wir doch noch weg - wäre ja nicht schlimm gewesen, wenn nicht :-).

Die Rückfahrt startet ähnlich wie die Hinfahrt. Der Bootsmann ist taubstumm und eine weitere Begleiterin im Boot (offensichtlich eine US-amerikanische Touristin) ist ebenfalls taubstumm. Vielleicht nur ein Zufall, vielleicht kennen die zwei sich aber bereits ... Zumindest unterhalten sich die beiden angeregt in Gebärdensprache, während wir die Umgebung genießen, denn mehr als ein gelegentliches Lächeln können wir nicht miteinander austauschen, denn wir beherrschen leider die Gebärdensprache nicht. Der Fahrer fährt Vollgas, das führt immer wieder dazu, dass ein Motor aussetzt, dann piepst es und er drückt einen Schalter, kurz darauf geht es weiter, wieder Vollgas. Vielleicht hört er nicht, dass der Motor jedes Mal an seine Grenzen gebracht wird; da es aber mit dem Umlegen des Schalters (wir vermuten: Wechseln der Benzinzufuhr von Tank 1 auf Tank 2) wieder geht, frönt er weiter dem Bleifuß. Wir finden es eher witzig, denn so wie wir hier um die Kurven düsen, ist das schon recht aufregend, man kann sich richtig in die Kurven legen.

Auch dieser Bootsmann hält manchmal abrupt an, wenn Tiere in Sicht kommen. So sehen wir wieder große Alligatoren, Kaimane, viele Vögel und einige Pferde am Ufer. Mit der Zeit merken wir, dass die Fahrt durch andere Kanäle geht als auf der Hinfahrt und diese recht eng sind. Da es immer noch Hochwasser ist, scheinen diese Kanäle nur dadurch befahrbar zu sein. Sie machen eher den Eindruck als seien sie Hohlwege, die überflutet sind. Manchmal haben wir auch den Eindruck über eine Wiese zu fahren. Alles recht aufregend. Besonders eindrucksvoll ist es, mit welcher Behändigkeit der Fahrer das Boot durch diese Kanallandschaft dirigiert - es ist ein ganz besonderes Erlebnis, vielleicht auch weil wir nur zu viert im Boot sind.

Schließlich fahren wir wieder auf einem etwas tiefer wirkenden Kanal. Es stehen immer wieder Kühe (diesmal Holsteiner) am Flussufer. Große Baumstämme liegen über dem Fluss, die offensichtlich als Brücken benutzt werden...

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